Woher kommen denn die Collies?

Hier die Antwort.....

 

Bis etwa zur Mitte des 19. Jahrhunderts verrichtete dieses Tier in Schottland harte Arbeit. Es hütete Schafe, wurde als Wachhund auf dem Bauernhof eingesetzt und hielt sich immer im Freien auf. Doch eines Tages verhalfen ihm wie das bereits bei einigen anderen Hunderassen der Fall war, das englische Königshaus zu einem besseren Schicksal. Denn: hielt ein bestimmter Hund im Buckingham Palace Einzug, so hatte dies einen ungeheuren Werbeeffekt. Der Collie wurde 1880 von "der englischen Königin Victoria entdeckt". Während einer Schottlandreise zeigte sie sich von seiner Schönheit begeistert und wünschte sich sehnlich einen solchen Hund. Von jenem Tag an konnte man die Collies in den vornehmen Häusern Englands kaum noch zählen. Zwanzig Jahre später eroberte sich der Collie auch Amerika. Es handelt sich bei dieser Rasse um sehr anmutige, elegante und sensible Hunde, deren Eigenschaften durch Zuchtauswahl weiter verbessert wurden. War der Collie früher ein schöner Hirtenhund mit dichtem Fell und edler Schnauze, so machten es sich die ehrgeizigen Züchter nun zur Aufgabe, ein noch dichteres Haar und einen noch üppigeren Haarkragen zu erzielen. Die Schnauze sollte so lang wie möglich sein.


Diese Verbesserungen wurden zweifelsohne erreicht und waren tadellos, doch die zu lange Schnauze - wenn auch vielerorts bewundert und ausgezeichnet - brachte einen Verlust der Intelligenz mit sich. In den Dreißiger Jahren hatte der Collie tatsächlich bereits viel von seiner ursprünglichen Energie verloren, er wurde träge und trug nur noch seinen schönen Körper zur Schau. Deshalb war die Umkehr zu einer vernünftigeren Zucht notwendig geworden. Schon nach wenigen Jahren gelang es den Züchtern, ihm seine Intelligenz und ursprüngliche Persönlichkeit zurückzugeben, so daß er heute wieder die Benennung verdient: "ein Hund, so klug wie ein Mensch und so charmant wie eine Frau".


Einen entscheidenden Beitrag zu seiner heutigen Beliebtheit leistete die bekannte Fernsehserie "Lassie". Doch auch im Alltagsleben stand der Collie im Mittelpunkt vieler Abenteuer. Sein unmittelbarer Verwandter ist der kurzhaarige Collie. Beide unterscheiden sich in der Tat nur durch die Beschaffenheit ihres Fells.

 

 

       Körperbau

 Der Collie ist elegant gebaut, er ist ein Hund von großer Schönheit. Mit seiner Eleganz kombiniert er einen intelligenten Gesichtsausdruck mit einem schmalen Schädel. Er besitzt dickes wolliges Fell, das ihn vor den Unbilden des Wetters schützt. Er ist ein geschmeidiger, aktiver Hund mit einer Körperhöhe von 56 bis 61 cm bei Rüden und einem Gewicht von 25 bis 30 Kilo, wobei die Hündinnen mit 51 bis 56 cm und einem Gewicht von 18 bis 25 Kilo deutlich kleiner und leichter sind. Der Kopf ist im Verhältnis zu anderen Hunden sehr schmal, er hat intelligente, sanfte Augen und stehende, kleine Ohren, die an der Spitze vorne überkippen. Die Rute ist lang und in der Regel auch buschig, also mit dichtem Fell besetzt

Fell
Das Fell ist dicht mit langem, straffem Deckhaar und pelzigem Unterhaar mit üppiger Mähne und Halskrause, das Fell im Gesicht ist hingegen glatt und kurz. Den Langhaar-Collie gibt es in drei anerkannten Farbvarietäten, in Sable/White (sandfarbig mit weiß), Tricolour (überwiegend schwarz-weiß mit braun)  und Bluemerle (silbriges Blau). Als Sonderform gibt es noch den weißen Collie mit einem typisch bunten Colliekopf und nach der Halskrause mit einem überwiegend weißen Haarkleid, der allerdings in der ursprünglichen Rassebeschreibung nicht auftaucht.

Pflege
Das Fell des Collies sollte einmal wöchentlich gründlich gekämmt werden, wobei die dichter behaarten Partien wie die Halskrause besonders gründlich auf Kletten untersucht werden sollten. Während des Fellwechselskann es sinnvollsein,den Hund auch täglich zu bürsten.

Wesen
Der Collie gilt als einer der treuesten und intelligentesten Rassenhunde der Welt. Er kann bei ausreichend Training erstaunlich viele Worte verstehen und handelt, wenn er kann und darf oft selbständig. Er hat einen liebenswürdigen Charakter ist verspielt mit Sinn für Humor und hat eine große Beobachtungsgabe. Er ist in der Regel verträglich mit anderen Hunden und meist auch mit anderen Tieren, wie Katzen und Vögeln. Wird er von klein auf an Kinder gewöhnt, so ist er ihnen ein guter Spielkamerad und betreut sie aufmerksam. Wobei er schon auch zwischen den Kindern „seiner“ Familie und fremden Kindern unterscheidet, ihm unbekannte Kinder sollten ihm sozusagen als Freunde der Familie vorgestellt werden. Ansonsten ist er ein unkomplizierter Hund, der hauptsächlich zwei Interessen hat,er will in seiner Familie leben und er will viel Auslauf.

 Haltung

Der Collie, als ehemaliger Schäfer- und Hütehund mit beträchtlicher Intelligenz lernt relativ schnell. Er benötigt allerdings eine enge Bindung an seinen Herrn oder seine Familie. Je mehr man sich mit dem Hund befasst und sich auf ihn einlässt, je intensiver man ihn am Anfang erzieht, umso schneller wird der Hund den Mensch „verstehen“. Der Collie neigt zu einer gewissen Bellfreudigkeit, die man ihm gleich zu Beginn abgewöhnen sollte, um Stress mit Nachbarn zu vermeiden. Da er aber sehr lernbegierig ist, wird es einem Halter, der sich bei der Erziehung seines Collies Zeit lässt, auch möglich sein, diese wohl meist unerwünschte Eigenschaft abzutrainieren. Der Collie sollte auch von klein auf an Fremde gewöhnt werden, er wird dann auch weiterhin freundlich mit ihnen umgehen. Ansonsten kann er bei Fremden, die das Grundstück betreten wollen, unangenehm werden. Sein natürlicher Schutzinstinkt ist noch in ausreichendem Maße vorhanden. Ansonsten beweist er aber im Umgang mit anderen Hunden und auch anderen kleinen Tieren viel Geduld und er geht meist liebevoll mit anderen Tieren um. Der Collie benötigt ausreichend Auslauf, ab und zu Gassi gehen reicht ihm nicht. Er möchte am liebsten unangeleint laufen und spielen, auch mögen die meisten Collies apportieren und Ballspiele,in den Hundesportarten sind sie ausgesprochen gut.

Aufzucht

Der Collie lernt sehr schnell. Er kann sich aber auch gerade deswegen schnell langweilen, Drill und Zwang ist nicht seine Sache, er kann dann stur werden. Deshalb sollte die Erziehung eher spielerisch vonstatten gehen. Er reagiert auch sehr empfindlich auf die menschliche Stimme, Anschreien oder Brüllen ist oft kontraproduktiv. Mit einer festen, strengen Stimme und einer konsequenten Haltung kommt man beim Collie weiter. An Kinder sollte er von klein auf gewöhnt werden, vor allen Dingen an Fremde. Der Collie ist ein Familienhund, er benötigt viel Liebe und Verständnis und sollte auch nicht zuviel alleingelassen werden.Sein platz ist im Haus ,im Zwinger verkümmert er.

 

 

Rassespezifische Erkrankung

 

 

 

 
Die komplexe Farbvererbung - Der weiße Collie
Immer wieder Thema kontroverser Diskussionen deren Ursache auf einem einfachen Missverständnis beruht. Es gibt nämlich zwei Arten von weißen Collies: Zum einen die White-Merles oder “Weißtiger”, die aus einer Verpaarung zweier Merle-Collies hervorgehen und zum Teil schwere Störungen des Hör- und Sehvermögens haben, zum anderen die Weißen, die Aufgrund des Weißfaktors entstehen, der völlig unabhängig von der Farbe des Hundes vererbt wird. Wichtig bei der Unterscheidung ist, dass der durch den Weißfaktor entstehende Weiße immer einen farbigen Kopf hat!
 
Der gesunde Weiße
 
 
Der normale weiße Collie entsteht durch die Verpaarung zweier weißfaktorierter Collies (die besonders gut an den ausgedehnten weißen Abzeichen zu erkennen ist, vor allem wenn die weiße Zeichnung an den Hinterläufen bis über das Knie reicht ist der Collie wahrscheinlich weißfaktoriert), eines weißfaktorierten und eines weißen Collies bzw. zweier weißer Collies. Die Vererbung wird am Beispiel tricolor-farbener Collies dargestellt, gilt aber für die anderen Farben entsprechend.

 

 
weißfaktoriert x weißweißfakt. x nicht-weißfakt.
WF-TRI WF-TRI 50% WF-TRIWF-TRI50%
white-TRI white-TRI 50% TRITRI 50%
weiß x weißnicht-weißfakt. x weiß
white-TRI white-TRI 100% TRI WF-TRI 100%
white-TRI  white-TRI
weißfakt. x weißfakt.weitere Farbbeispiele
WF-TRI WF-TRI 50%

weißfakt. Blue-Merle

weißfakt. Sable

 

WF-TRI TRI 25%
white-TRI 25%

weißer Blue-Merle

weißer Sable

 

Bemerkung: Es gibt in den USA einige Züchter, die niemals zwei weiße Collies miteinander verpaaren, aus Angst vor einem zu großen Pigmentverlust oder defekten Welpen. Dies ist genetisch gar nicht möglich! Der Nachwuchs von zwei “normalen” gesunden Weißen (d.h. die weiße Farbe entsteht durch den Weißfaktor) ist genauso gesund wie der von farbigen Collies. Der Grund, warum in manchen Würfen evtl. defekte Welpen aufgetreten sind , liegt möglicherweise darin, dass versehentlich mit zwei Merles gezüchtet wurde. 
 
Der “defekte” Weiße (White-Merle, Double-Dilute-White, Weißtiger)
 
Bei diesen Hunden entsteht die weiße Farbe durch die doppelte Farbverdünnung durch das Merle-Gen. Erhält ein Welpe von beiden Elterntieren (beide Eltern müssen also Merles sein!) das Merle-Gen wird seine natürliche Fellfarbe so aufgehellt, dass der Hund weiß ist und nur noch vereinzelt Farbflecken über den Körper verteilt sind. Diese Tiere können taub und/oder blind sein, abhängig davon, ob die Bereiche der Augen und Ohren pigmentiert sind oder nicht. Hier ist die Farbvererbung am Beispiel Tricolor/Blue-Merle dargestellt, sie gilt aber für die anderen Farben (wie Sable/Sable-Merle) entsprechend.

 

 

 

Merle x Merle

Blue-Merle x White-Merle
BM BM 50% BM BM 50%
BM TRI 25%
WM 25% WM WM 50%
White-Merle x White-MerleTricolor x White-Merle
WM WM 100% TRI BM 100%
WM WM

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seit Anfang der 80er Jahre ist bekannt, dass Collies auf bestimmte Medikamente empfindlich reagieren und sogar an ihnen sterben können. In Anlehnung an eines der für den Collie möglicherweise tödlichen Medikamente wurde damals der Begriff „Ivermectin-empfindlicher Collie" geprägt. Beschrieben wurden Reaktionen von Bewegungsstörungen, Erbrechen und Koma bis hin zumTod einzelner Tiere. Dabei fiel aber auch auf, dass andere Tiere der selben Rasse keinerlei Beeinträchtigungen zeigten. Im äußeren Erscheinungsbild konnten keine Unterschiede zwischen gefährdeten und ungefährdeten Tieren festgestellt werden. Intensive Forschungen der letzten 20 Jahre und vor allem die moderne Biotechnologie brachten den Beweis, dass der MDR1-Defekt Ursache dieser Empfindlichkeit und Ivermectin nur ein gefährlicher Wirkstoff von vielen ist. Auch für andere Hunde oder Menschen harmlose Mittel, wie Durchfallmittel, Antibiotika oder Herzmittel, können, je nach Wirkstoff, die beschriebenen Nebenwirkungen hervorrufen. Von allen Hunderassen, bei denen dieser Defekt auftaucht, sind die Collies am stärksten betroffen: 76 % besitzen mindestens ein defektes Gen. Das ergab eine Studie der Uni Gießen, die auch einen Bluttest auf den Defekt anbietet.

Collies zeigen darüber hinaus ein gehäuftes Auftreten der Dermatomyositis, einer genetisch bedingten Haut-Muskel-Erkrankung bei Junghunden.